Solidaritätserklärung mit Project Shelter und Demoaufruf

Solidaritätserklärung mit Project Shelter und Demoaufruf

Wer wir sind…

Das solidarische Kollektiv Raum Statt Repression unterstützt seit August 2014 die 27 Aktivist*innen, die am 15.03.2014 die leerstehende Georg-Voigt-Straße 10 besetzt hielten. Das Gebäude auf dem ehemaligen Universitätscampus Bockenheim befand und befindet sich im Besitz der ABG Holding und wird Teil des sogenannten Kulturcampus sein, eines Prestigeobjekts der Stadt Frankfurt, das trotz Planungswerkstätten mit Bürger*innenbeteiligung für zivilgesellschaftliche Initiativen wie das Wohn- und Stadtteilprojekt Philosophicum verschlossen blieb. Auch der Förderverein Roma, der in den Villen der Georg-Voigt-Straße gerne Wohnappartements zur Verfügung gestellt bekommen hätte, ging leer aus. Folgerichtig hieß es also in der Pressemitteilung zur Hausbesetzung am 15.03.2014: „Neu- und Umgestaltung des Stadtbildes ist durchaus begrüßenswert, jedoch fehlt bei all diesen Projekten jegliche Spur der Integration der Bürger_innen seitens der Stadt und Stadplanung. Bürger_innenbeteiligung gestaltet sich als ein platter Vortrag über die neuen Bauprojekte, deren Ausgestaltung bereits abgeschlossen ist: Das ist der von der Stadt sogenannte Dialog.“

Raum Statt Repression organisierte im letzten Jahr eine Demonstration und veranstaltet Solibarabende um die Aktivist*innen bei der Finanzierung der Anwält*innenkosten und aller weiteren gerichtlichen Kosten zu unterstützen. Denn die ABG Holding, die laut des ABG-Chefs Frank Junker nun gerade wieder 100 Millionen Euro investiert, um auf der Geländebrache vorm Skyline Plaza und am Eingang des Europaviertels einen weiteren Upper Class Traum mit Hotel- und Wohnturm, sowie 270 Mietwohnungen ab 13 Euro pro Quadratmeter entstehen zu lassen, ließ es sich nicht nehmen, die Besetzer*innen zu kriminalisieren und wegen sogenannten Hausfriedensbruchs vor Gericht zu ziehen. Wegen der Beschädigungen des Gebäudes, die im Zuge der polizeilichen Räumung entstanden, stellt Junker eine Zivilklage mit einer Schadensersatzforderung in fünfstelliger Höhe in Aussicht.

… was wir davon halten…

Die Botschaft ist klar und sie wurde verstanden: Wer prekär lebt und nicht über die finanziellen Mittel, geschweige denn über Investitionskapital verfügt, dem sollen die Tore zu dieser Stadt verschlossen bleiben, in der Profite schlechterdings über Bedürfnisse zu gehen scheinen. Dies ist nicht unser Verständnis von gesellschaftlichem Miteinander und wir werden uns dagegen weiterhin zur Wehr setzen. Über die juristische Auseinandersetzung hinaus ist und bleibt die ABG Holding Objekt unseres (Auf)Begehres: da sie sich im Besitz der Stadt befindet, muss sie nicht – wie derzeit – profitorientiert-privatistischen Interessen dienen. Sie könnte und kann durch einen Prozess der Vergesellschaftung zu einem Instrument einer Stadtplanung von unten werden und auch und zuallererst die Interessen der prekarisierten und marginalisierten Menschen vertreten.

… und warum wir uns solidarisieren

Dass sich die Gruppe Raum Statt Repression den Forderungen des Project Shelter an die Stadt Frankfurt uneingeschränkt anschließt, erklärt sich somit fast von selbst. Viele Migrant*innen, die mit der Hoffnung nach Frankfurt gekommen sind, sich hier ein neues Leben aufbauen zu können, haben kein Geld und keinen festen Wohnsitz. Sie fordern mit vielen Unterstützer*innen einen Raum, ein selbstverwaltetes migrantisches Zentrum, das als Anlaufstelle mit Unterbringungs-, Beratungs- und Lernangeboten ein Stück mehr Wirklichkeit werden ließe, was sich die Stadt Frankfurt bei Image-Events zur Anwerbung internationaler Eliten immer wieder gerne auf die Fahnen schreibt: eine weltoffene Stadt zu sein.

Wir wollen nicht, dass Frankfurt nur eine Stadt für diejenigen ist, die über die entsprechenden Bankkonten verfügen. Wir sind gegen die Repressionen, mit denen viele Migrant*innen und Geflüchtete hier und in Europa konfrontiert werden. Gemeinsam und solidarisch können wir eine bessere Gegenwart schaffen.

Also: Schluß mit den leeren Worten, her mit dem guten Leben!

Für ein selbstverwaltetes migrantisches Zentrum!
Für ein solidarisches Miteinander!
Gegen Rassismus und Ausgrenzung!

Raum statt Repression!

Kommt zur Demonstration „Neue Frankfurter Praxis: Die Solidarität mit Geflüchteten wird konkret“ am Samstag, den 13. Juni um 15:00 Uhr ab Frankfurt Hauptbahnhof.